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Einzelausstellung zum Jahresthema des EINSTELLUNGSRAUMS: „Speichern und Akkumulieren“, September 2016:

Malereicollage+Installation+Zeichnung

Einführung: Dr. Thomas J.Piesbergen

Midissage: Dr. Angela Breidbach – Einführung in das Thema der Permeabilität im visuellen Feld, Vortrag und Diskussion.

EINSTELLUNGSRAUM e.V.
Wandsbeker Chaussee 11
22089 Hamburg

Wahrnehmung von Außenwelt und inneres Speichern und Akkumulieren als permeabler Vorgang (per = durch, hindurch, meare =gehen, permeabel, bzw. semipermeabel als Eigenschaft von Durchlässigkeit bei Membranen.)

Innerhalb des Jahresthemas des EINSTELLUNGSRAUMS „Speichern und Akkumulieren“ nähert sich die Ausstellung -p-e-r-m-e-a-b-e-l-  im EINSTELLUNGSRAUM e.V. in Zeichnung, Malerei und Installation der Repräsentation von verschiedenen Ebenen, auf denen äußere und innere Bildspeicher in Verbindung treten können.

„…Ich gehe durch die Wandsbeker Chaussee. Im Wahrnehmen der immensen Lautstärke des vorbeibrausenden Verkehrs  sehe ich die Gehwegplatten und spüre ihren Kontakt zu meinen Schuhsohlen. Das Gehen bestätigt den Eindruck von Zeit als Kontinuum, ausgerichtet zwischen dem, was war und dem was kommt. Jeder Schritt ist im Jetzt. Im bewegten Sehen zeigt sich der Umraum als fließendes Bild mit ständig ändernden Grenzberührungen der Dinge.“ (Heilwig Jacob)

Streifencollagen, in denen sich schmale Einheiten von Malerei sukzessive zu einer bestimmten Farbatmosphäre verdichten sowie Zeichnungen, Skizzen und eine Videoinstallation nehmen Bezug zu einem körperzentrierten, fließenden Erleben des urbanen Raumes.

Das Fenster des EINSTELLUNGSRAUMs wird zur Schnittstelle zwischen innen und außen – einer komplexen Bildebene, auf der ich mit Kreidefilzstiften verschiedene Fokussierungen des beobachteten Außenraums abgespeichert habe. Die körpereigenen Bewegungen des Sehens und Malens schreiben sich mit in diese Membran zwischen innen und außen ein.

Ausschnitte aus „Die erinnerte Wirklichkeit“ – Einführungsrede von Dr. Thomas Piesbergen, Sept 2016:

„In unserem Alltagsbewusstsein sind wir gewohnt mit sogenannten Fakten umzugehen. Man hat sich darauf geeinigt, was wirklich ist und was nicht. […]

[…] Das Anerkennen einer Erscheinung als Wirklichkeit besteht also in der Wiederholung einer Beobachtung und einem entsprechenden Abgleich mit dem vorher Wahrgenommenen. Das Ergebnis ist ein Set von Mustern, die herangezogen werden, um jede neue Beobachtung einzuordnen, und die sich bestenfalls kontinuierlich weiterentwickeln, komplexer werden und sich auf höheren Ebenen zu Meta-Mustern zusammenfügen. […]

[…] Diese Akkumulation von Mustern ist ein zeitgebundener, entropischer Prozess, der uns dazu verdammt, die Welt dem thermodynamischen Zeitpfeil folgend wahrzunehmen. Das zweite Gesetz der Thermodynamik besagt grob, dass die Unordnung in unserem Universum mit der Zeit zunimmt. Auch unser Erinnern, das Zusammenfügen und Speichern von Mustern trägt dazu bei, diese Unordnung zu vergrößern, denn der Vorgang des Ordnens setzt immer mehr ungeordnete Energie frei, als er tatsächlich ordnet.

Aus diesem Grund können wir uns nur an die Vergangenheit erinnern, nicht an die Zukunft, und deshalb ordnen wir unsere Wirklichkeit auch nach dem Prinzip der Kausalität, das die Erscheinungen streng in ein Vorher und Nachher aufteilt.

Doch folgen wir den Erkenntnissen der Teilchenphysik in die Welt der Quanten müssen wir zu unserem Schrecken einsehen, dass der Stoff, aus dem die Welt gemacht ist, offenbar jenseits von Raumzeit und Kausalität existiert. […]

[…] Hier wird deutlich, dass bereits die physikalische Bedingtheit unserer Gehirne verhindert, ein vollständiges Bild der Wirklichkeit zu sehen, das unsere Fixierung in der Raumzeit transzendiert. […]

[…] Von innen betrachtet erscheint uns jeder Moment das ganze Universum zu umschließen, von außen betrachtet erscheint das Universum aus unendlich vielen, jeweils stark eingeschränkten Momenten zusammengesetzt.

Und trotzdem sind wir imstande, etwas jenseits dieser Begrenztheit und jenseits des Fragmentarischen zu erahnen – eine anders geartete, transzendente Ganzheit.“

http://textprojekt.blogspot.de/2016/09/die-erinnerte-wirklichkeit.html

Link zur Einführungsrede

Ausstellung HEILWIG JACOB*MALEREI aus 10 Jahren

Mai 2016

Farben des Augen-Blicks 
Malerei Heilwig Jacob

Was ist Pfingstgrün?
Farbexkursion mit Bertolt Hering

Alles wird schön e.V. Kunst und Kultur
Friedrich-Naumann-Str. 27
21075 Hamburg


November / Dezember 2015

Malerei-Ausstellung in der galerie! im Gymnasium Allee, Hamburg Altona

Vom Sehen in Bewegung, Wahrnehmungen und Eindrücke im Unterwegssein,
Arbeiten aus den letzten zehn Jahren.

Galerie Speckstraße, Gängeviertel, 2015

BildraumRaumbild

Malereiausstellung Silvia von Pock und Heilwig Jacob, kuratiert von Daniel C. Thompson und Christine Ebeling

Februar 2015, Galerie Speckstraße, Gängeviertel Hamburg

Silvia von Pock (Studium an der Kunsthochschule Weissensee, abgeschlossen 2014) und Heilwig Jacob (Studium an der HfbK in Hamburg, abgeschlossen 1982) gehen auf recht unterschiedliche Weise einer gemeinsamen Fragestellung nach und finden sich wieder in einem gemeinsamen Diskurs über Fläche und Dimension, über Malerei, die in den Raum geht und Raum der in Malerei eingeht. Malerei, die sich in ihrer Einheit aus Vielheit zusammensetzt. Malerei in ihrer Erweiterung.